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Warum ich nicht mit Fragebögen arbeite

Einst unterhielt ich mich mit Malik. Malik erzählte mir, dass er unheimlich gerne segelt. Dann lernte ich Ronja kennen. Auch Ronja segelt gerne. Zwei Menschen, ein gemeinsames Hobby – perfect match, oder? Weit gefehlt! Malik schätzt am Segeln die Stille, die Einsamkeit, die Möglichkeit, den Kopf freizubekommen. Er hat wegen eines Burn-outs damit angefangen. Ronja hat angefangen zu segeln, weil sie sich sehr allein fühlte, und segelt nur in Gruppen. Sie liebt die Teamarbeit, das gemeinsame Lachen und am meisten den Grog abends in der Kajüte. Gelernt hat sie dabei, dass sie auch ohne Partner ein wertvoller Mensch ist.


 

Zwei Menschen, ein Hobby, zwei völlig unterschiedliche Perspektiven und ein Learning:  

 

Vielleicht tun wir das Gleiche, vielleicht mögen wir das Gleiche. Doch erst unsere Motivation, unser individueller Antrieb, Dinge zu tun, unsere Perspektive auf das Leben oder mögliche Lernerfahrungen, zeigen, was uns wirklich ausmacht. Um einen Menschen richtig zu ergründen, bedarf es (mindestens) der Frage nach dem Warum. Diese Aufgabe will ich an keinen Fragebogen der Welt abgeben. Mein Beruf zeichnet sich durch echtes Interesse an Menschen aus. Wenn ich ihn gut mache, schaffe ich eine Atmosphäre, in der sich Menschen wohlfühlen und öffnen können, und stelle passende Fragen, auf die mein Gegenüber auch Antworten finden kann. Auch zu Themen, mit denen er oder sie sich vorher nie auseinandergesetzt hat.

 

Das persönliche Gespräch ist ein wunderbares Abenteuer: Hier zeigt sich die Persönlichkeit meines Gegenübers. Ich habe die Möglichkeit, zu hören, was zwischen den Zeilen gesagt wird. Ich erlebe, wie Menschen miteinander interagieren und auf ihre jeweiligen Antworten reagieren. Im individuellen Gespräch selektiere ich Fragen und höre, wo es sich lohnt, ein Thema zu vertiefen. Und im besten Fall bringe ich Menschen dazu, sich dabei selbst etwas besser kennenzulernen. Kurzum: Es ist ein Zeichen meiner Wertschätzung der Einzigartigkeit der Menschen, mit denen ich zu tun habe.


 
 
 

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